Spritpreise steigen: Diesel überschreitet erstmals seit 2022 wieder die Zwei-Euro-Marke

Spritpreise steigen: Diesel überschreitet erstmals seit 2022 wieder die Zwei-Euro-Marke


Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten und insbesondere rund um den Iran sorgt für spürbare Auswirkungen auf den Energiemarkt. In Deutschland sind die Preise für Kraftstoffe in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Nach aktuellen Daten des ADAC überschritt der durchschnittliche Dieselpreis am Mittwochmorgen zeitweise die Marke von zwei Euro pro Liter.

Um 7:15 Uhr am 04.03.2026 lag der bundesweite Durchschnittspreis für Diesel bei 2,054 Euro pro Liter. Bereits wenig später fiel der Preis wieder leicht und lag gegen 8:30 Uhr bei 1,991 Euro pro Liter. Auch Superbenzin der Sorte E10 verteuerte sich deutlich und erreichte am Morgen einen Spitzenwert von 1,995 Euro pro Liter. Laut ADAC reagiert Diesel traditionell empfindlicher auf geopolitische Krisen, weshalb die Preissteigerungen hier stärker ausfallen als bei Benzin.

Bereits in den vergangenen Tagen hatten sich die Kraftstoffpreise deutlich erhöht. Der bundesweite Tagesdurchschnitt lag am Dienstag bei 1,897 Euro pro Liter E10 und 1,917 Euro pro Liter Diesel. Damit stiegen die Preise im Vergleich zum Montag um 5,8 Cent (E10) beziehungsweise 10,1 Cent (Diesel). Im Vergleich zum vergangenen Freitag betrug der Anstieg sogar 12,1 Cent für Benzin und 17,7 Cent für Diesel.

Als Hauptursache für die Entwicklung gilt der stark gestiegene Ölpreis infolge des Konflikts im Nahen Osten. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten für Rohöl weltweit. Etwa 20 Prozent der globalen Öltransporte passieren diese Meerenge vor der iranischen Küste. Nachdem der Iran den Schiffsverkehr dort als Reaktion auf militärische Angriffe eingeschränkt hat, reagieren die internationalen Energiemärkte mit steigenden Preisen.

Auch beim Heizöl sind deutliche Preissteigerungen zu beobachten. Laut Marktbeobachtern kostet Heizöl aktuell rund 123 Euro pro 100 Liter, nachdem der Preis noch wenige Tage zuvor unter der Marke von 100 Euro gelegen hatte.

Trotz der angespannten Lage gehen Branchenverbände derzeit nicht von Versorgungsengpässen aus. Deutschland bezieht Rohöl aus rund 30 verschiedenen Ländern, darunter Norwegen, die USA, Libyen, Kasachstan und Großbritannien. Dadurch gilt die Versorgung mit Benzin, Diesel und Heizöl weiterhin als gesichert.

Politisch wird bereits über mögliche Maßnahmen zur Entlastung der Verbraucher diskutiert. Während Vertreter der Bundesregierung derzeit keine kurzfristige Spritpreisbremse planen, schließen einige Politiker weitere Schritte zur Dämpfung der Preise nicht aus. Gleichzeitig fordern Kritiker strengere Maßnahmen gegen mögliche Krisengewinne der Mineralölkonzerne.

Der ADAC empfiehlt Autofahrern in der aktuellen Situation, die Preise verschiedener Tankstellen zu vergleichen und möglichst abends zu tanken, da Kraftstoffe morgens häufig deutlich teurer sind. Gerade in Zeiten starker Marktschwankungen können die Preisunterschiede zwischen einzelnen Tankstellen besonders groß ausfallen.

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